„Klimafreundliche Siedlungsentwicklung der Zukunft (KliZu)- Strategien zum Flächenmanagement im Kontext des Klimawandels“
15.09.2010
Dipl.-Ing. Lisa Kunert
kunert@nse-netz.de
Das Klima der Erde ändert sich. Klimawandel ist zwar ein globales Phänomen, zeigt aber unterschiedliche lokale und regionale Ausprägungen. Der Umgang mit den Folgen des Klimawandels ist eine der größten Herausforderungen, die auf die Stadt der Zukunft zukommt.
Um denen zu begegnen, ist es deshalb einerseits nötig, aktiv Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen um den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermeiden oder zumindest zu verringern (climate change mitigation). Andererseits ist die globale Erwärmung nur noch eindämmbar und nicht mehr gänzlich aufzuhalten, weshalb die Entwicklung und Umsetzung von Strategien und Maßnahmen der Anpassung an die Folgen des Klimawandels notwendig ist (climate change adaptation).
Dabei bieten die Betrachtung aus Stadtplanungssicht gute Voraussetzungen, um eine ganzheitliche Vorgehensweise zu betrachten und umzusetzen insbesondere der Bereich der Flächennutzungen bietet hier zahlreiche Ansatzpunkte. Um diese Entwicklung zu initiieren, fehlen aber heute noch geeignete Strategien und damit einhergehend auch Instrumente, die sowohl Klimaschutzaspekte als auch die Anpassungsbedarfe an die heute noch unsicheren Folgen des Klimawandels in der Zukunft ausreichend berücksichtigen.
Ziel des Promotionsvorhabens ist es deshalb, die Problematik der „klimafreundlichen Flächennutzung“ unter Stadtentwicklungsaspekten aufzugreifen und Strategien zu entwickeln, diese unter Klimawandelgesichtspunkten nachhaltig zu gestalten. Dazu sollen zunächst die Probleme und Chancen die durch den Klimawandel auf die Stadt zukommen analysiert werden. Daran anschließend sollen Maßnahmen identifiziert und Kriterien/Indikatoren zur Messbarkeit einwickelt werden, mit denen dann im Anschluss unterschiedliche Anpassungsstrategien erarbeitet werden. Hier sind insbesondere die beiden Strategien:
- Multifunktionale Flächennutzung
- Organisierte Rückzugsplanung
zu untersuchen. Diese wird voraussichtlich am Beispiel der Stadt Wuppertalumgesetzt werden. Dabei soll der Schwerpunkt der Untersuchung erstens auf den Strategien liegen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes 2020 der Stadt Wuppertal und der Frage nach der zukünftigen Ausgestaltung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der Praxis. Außerdem sollen bestehende Programme (Stadtentwicklungskonzepte, Stadtumbauprogramme) auf ihre Eignung und mögliche Integration von Klimaanpassungszielen überprüft werden, um in Zukunft klimagerechte Flächennutzungen umzusetzen.
Ein weiterer Fokus soll auf den beteiligten Akteuren liegen. Gerade im Handlungsfeld des Stadtumbaus ist es wichtig, frühzeitig die betroffenen Akteure zu sensibilisieren. Dazu zählen Eigentümer, Bewohner, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsbauförderer, Finanziers wie Bausparkassen etc.. Dazu werden zunächst die Rolle und die Verbindungen der einzelnen Akteure analysiert, um anschließend abzubilden wie und an welcher Stelle eine Einbindung in den Prozess erfolgen kann.
Ergebnis soll es sein, Empfehlungen für das städtebauliche Instrumentarium zu geben um und wie dieses in Zukunft angepasst werden sollte. Dazu soll ein Flächennutzungsplan für die Stadt Wuppertal entstehen, anhand dessen, Empfehlungen für die Änderung des Instrumentariums und die Einbindung in existierende (Stadtumbau-) Programme gegeben wird.